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Ein ganzes Bündel von Fragen an Professor Radermacher

Pfaffenhofen (mh) Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen: Dieser bekannten Redensart folgt auch ProWirtschaft Pfaffenhofen bei der Vorbereitung auf den Vortragsabend mit Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher am 24. September 2012. Um einen möglichst breiten Konsens herzustellen, hat das Netzwerk der heimischen Wirtschaft einen demokratischen Prozess zur Auswahl des Vortragsthemas und der Fragen an den prominenten Wirtschaftswissenschaftler und -ethiker angestoßen. Nach einem vorangegangenen Aufruf an die Mitglieder zur Meinungsäußerung wurden die Erwartungen an den Referenten nun beim fünften Diskussionsabend im laufenden Jahr konkretisiert.

Die Gesprächsrunde traf sich diesmal im Firmengebäude der Hecht Technologie GmbH in Pfaffenhofen. Charmant begrüßt und bewirtet wurden die 12 Teilnehmer dort von Ursula Hecht, die ihren kurzfristig geschäftlich verhinderten Mann, Unternehmenschef Günther Hecht, vertrat. Der stellvertretende Vorsitzende und Moderator Dieter Andre umriss noch einmal das Ziel des Abends: im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit Professor Radermacher darüber zu diskutieren, in welche Richtung der Vortrag zielen soll.

Ursula Hecht (2. von links) führte die Gäste durch das Firmengebäude der Hecht Technologie GmbH und versorgte sie mit interessanten Informationen über das Pfaffenhofener Unternehmen, das Maschinen, Anlagen und Systeme für die Schüttgut verarbeitende Industrie entwickelt und konstruiert. Foto: M. Hailer

Unentschieden bei E-Mail-Abstimmung von ProWirtschaft

Wie berichtet, hatte das Mitglied des Club of Rome ProWirtschaft nicht nur seine Zusage gegeben, nach Pfaffenhofen zu kommen, sondern auch noch zwei Vortragsthemen zur Auswahl gegeben: 1. „Bildung und Erziehung in einer globalen Welt“ und 2. „Die Zukunft sichern – Herausforderungen für Stadt und Region“. Letztlich offensichtlich beides sehr interessante Themen, so dass die E-Mail-Abstimmung mit einem Unentschieden endete und nun die Diskussionsrunde am Zug war.

Moderator Dieter Andre erläuterte kurz die wichtigsten Stichworte zu den Themenvorschlägen. Dabei und im weiteren Verlauf einer wie immer angeregten Diskussion zeigte es sich, dass beide Themen mit vielleicht etwas unterschiedlichen Schwerpunkten letztlich um die gleiche Frage kreisen: Wie geht es mit unserer Welt angesichts vieler drängender Probleme weiter und was ist zu tun, damit die Menschheit nicht sehenden Auges ins Verderben rennt? Die gleiche Feststellung hatten die gut vorbereiteten Teilnehmer an der Gesprächsrunde gemacht, als sie sich im Internet verschiedene Vorträge von Professor Radermacher angehört hatten. Einig waren sich alle auch, dass er es wie kaum ein anderer versteht, seine Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln.

Gibt es noch Rettung oder ist die Katastrophe vorprogrammiert?

Unterschiedliche Meinungen herrschten unter den Anwesenden in der elementaren Frage, ob die Menschheit überhaupt überleben wird oder ob die Katastrophe bereits unausweichlich ist und allenfalls noch hinausgezögert werden kann. Das ist einer der zentralen Punkte, zu dem man gerne die Meinung von Professor Radermacher hören möchte.

Für diejenigen Diskussionsteilnehmer, die nicht an den Totalcrash glauben und die Erde noch nicht ganz „abgeschrieben“ haben, lautete ein weiteres wichtiges Stichwort für den Vortrag „lösungsorientiert“. Was muss die Menschheit global ändern, wenn sie überleben will? Gibt es bereits Modelle, wie sich die Menschheit neu organisieren kann? Was kann man als Unternehmer tun? Was kann jeder Einzelne in seinem unmittelbaren Lebensraum beitragen?

In der Diskussion kristallisierten sich aber noch weitere Fragen heraus, auf deren Beantwortung man durch Professor Radermacher hofft: Welche Rolle spielt die Bildung (besonders auch für nachhaltige Entwicklung) bei der Bewältigung der Zukunftsprobleme? Haben wir dazu überhaupt schon das erforderliche Know-how und ist die „Schmerzgrenze“ des Menschen, an der er wirklich bereit zu Veränderungen ist, bereits erreicht?

Organisatorische Hinweise und Betriebsführung

Letztlich kam die Diskussionsrunde zu der Überzeugung, dass der Vortrag eine Mischung aus den beiden vorgeschlagenen Themen unter Einbeziehung der angesprochenen Aspekte werden solle. Dieter Andre wird nun die wichtigsten Ergebnisse der Mitgliederbefragung und der Diskussionsrunde in einem Schreiben an Professor Radermacher zusammenfassen. Das treffende Schlusswort Der Diskussion aber sprach Franziska Neufeld, die Albert Einstein zitierte: „Probleme können nicht mit der gleichen Denkweise bewältigt werden, mit der sie entstanden sind.“

Es folgten nur noch ein paar organisatorische Hinweise von Dieter Andre zu den Überlegungen bei der Suche nach dem richtigen Veranstaltungsort, zur Festsetzung des Eintrittspreises für Nichtmitglieder von ProWirtschaft beim Radermacher-Vortrag und zur geplanten Einladung an die Schulen. Damit war der offizielle Teil des Abends beendet. Einige Teilnehmer nützten aber noch die Gelegenheit, sich von Ursula Hecht durch das Firmengebäude führen zu lassen. Sie zeigten sich von den Räumlichkeiten ebenso beeindruckt wie von dem international tätigen Unternehmen. Mit derzeit rund 70 Mitarbeitern entwickelt und konstruiert Hecht Maschinen, Anlagen und Systeme für die Schüttgut verarbeitende Industrie. Ihre Kunden kommen dabei aus den Branchen Pharma, Chemie und Nahrungsmittel.